Zigarren kaufen: Herkunft, Stärke, Format, Echtheit und Frische

Stand: 18. September 2026

Hand wählt eine Zigarre aus einer geöffneten Kiste mit verschiedenen Formaten auf einem Zedernholz-Tablar
Format, Deckblatt und Herkunft sagen mehr über eine Zigarre als ihr Preis.

Beim Kauf einer Zigarre entscheidet der eigene Geschmack, und der lässt sich mit wenigen Merkmalen eingrenzen: Herkunft, Stärke, Format und Deckblatt. Wer diese vier Punkte kennt, findet unter Hunderten von Marken schnell die Handvoll, die zu ihm passt. Dazu kommen zwei Fragen, die nichts mit Geschmack zu tun haben, aber über den Genuss entscheiden: Ist die Zigarre echt, und ist sie frisch?

Diese Seite geht die Merkmale der Reihe nach durch, erklärt die Prüfung von Echtheit und Frische und beschreibt, was nach dem Kauf mit den Zigarren geschieht.

Herkunft und Aromen

Zigarrentabak wächst in wenigen Regionen mit tropischem Klima. Kuba gilt als klassische Herkunft mit würzigen, erdigen, oft kräftigen Zigarren. Die Dominikanische Republik liefert die größte Bandbreite, von mild und cremig bis kräftig, und ist das wichtigste Herkunftsland für den deutschen Markt. Nicaragua steht für kräftige, pfeffrige Tabake, Honduras für erdige, mittelkräftige Zigarren, Brasilien für süßlich-dunkle Tabake wie Mata Fina, die auch in vielen europäischen Zigarren stecken. Daneben gibt es Zigarren aus Mexiko, Ecuador, Costa Rica, Indonesien und den Kanarischen Inseln.

Innerhalb einer Zigarre verbinden sich meist Tabake mehrerer Herkünfte und Blattstufen. Eine Zigarre, deren Einlage, Umblatt und Deckblatt aus einem Land stammen, heißt Puro; auf Kuba ist das die Regel, anderswo eine bewusste Entscheidung des Herstellers. Die Rezeptur einer Marke bleibt Betriebsgeheimnis; Herkunftsangaben auf der Kiste geben aber eine verlässliche Richtung für den Geschmack.

Stärke, Format und Deckblatt

Die Stärke beschreibt, wie viel Nikotin und Würze eine Zigarre mitbringt, meist in Stufen von mild bis sehr kräftig. Einsteiger beginnen sinnvoll mild bis mittelkräftig; kräftige Zigarren auf leeren Magen sind auch für Geübte unangenehm. Das Deckblatt gibt einen ersten Hinweis: helle Connecticut-Deckblätter stehen oft für mildere, dunkle Maduro-Deckblätter für süßlich-kräftige Zigarren, ohne dass das eine feste Regel wäre.

Das Format bestimmt Rauchdauer und Zugverhalten. Ein Petit Corona ist in 20 bis 30 Minuten geraucht, ein Robusto braucht etwa 45 Minuten, eine Churchill über eine Stunde, eine Double Corona bis zu zwei Stunden. Dickere Formate ziehen leichter und rauchen kühler, dünne brennen heißer und wirken kräftiger. Wer nur eine halbe Stunde hat, kauft kleine Formate; für den langen Abend passt ein großes.

MerkmalWas es aussagtFür den Einstieg
HerkunftGrundcharakter der TabakeDominikanische Republik, Honduras
StärkeNikotin und Würzemild bis mittelkräftig
DeckblattFarbe, Süße, Optikhell (Connecticut)
FormatRauchdauer, Zug, HitzePetit Corona, Robusto
EinlageLongfiller oder ShortfillerLongfiller für Premium, Shortfiller für zwischendurch
Fünf Zigarren verschiedener Formate und Deckblattfarben nebeneinander auf dunklem Holz, von hell bis fast schwarz
Deckblattfarbe und Format geben beim Kauf die erste Orientierung zu Stärke und Rauchdauer.

Longfiller, Shortfiller, Handarbeit

Bei einem Longfiller besteht die Einlage aus ganzen, längs gelegten Tabakblättern, die von Hand zur Zigarre gerollt werden. Solche Zigarren brennen gleichmäßig, entwickeln ihre Aromen über die gesamte Länge und sind entsprechend teurer. Shortfiller enthalten geschnittenen oder gerissenen Tabak, werden meist maschinell gefertigt und sind die Regel bei günstigen Zigarren und Zigarillos. Dazwischen liegen Mischformen mit langen Blattstücken.

Handarbeit ist kein Qualitätsversprechen an sich, aber bei Premium-Zigarren der Standard: Eine gut gerollte Zigarre zieht weder zu schwer noch zu leicht, brennt gerade ab und hält ihre Asche. Limitierte Auflagen und Jahrgangsserien sprechen Sammler an und kosten entsprechend; für den Genuss sind die Stammlinien der Marken meist die verlässlichere Wahl.

Echtheit und Steuerzeichen

In Deutschland verkaufte Zigarren tragen ein deutsches Steuerzeichen auf Kiste oder Packung. Es belegt, dass die Tabaksteuer entrichtet und die Ware über einen offiziellen Importeur eingeführt wurde. Zigarren ohne Steuerzeichen stammen aus dem Reiseverkehr oder aus illegalem Handel und dürfen nicht gewerblich verkauft werden.

Fälschungen betreffen vor allem kubanische Marken. Verdächtig sind Preise weit unter dem Üblichen, unsaubere oder falsch bedruckte Bauchbinden, fehlende Siegel und Kistencodes sowie ungleichmäßig gerollte Zigarren. Wer bei einem Fachhändler mit Steuerzeichen kauft, hat dieses Problem in der Regel nicht; die Merkmale echter Habanos beschreibt die Seite Kubanische Zigarren.

Frische prüfen

Eine Zigarre lässt sich beim Kauf mit den Fingern prüfen: Leicht gedrückt, sollte sie nachgeben und sich wieder aufrichten. Knistert sie, ist sie zu trocken gelagert worden und hat Aromen verloren; bleibt sie schwammig oder zeigt das Deckblatt Flecken, war die Lagerung zu feucht. Das Deckblatt sollte geschlossen und leicht glänzend sein, ohne Risse und ohne kleine Löcher, die auf den Tabakkäfer hindeuten.

Bei Bestellungen ersetzt die erste Lieferung diese Prüfung; was dabei zu beachten ist, steht unter Zigarrenversand. Wo man kauft, im Laden oder online, vergleicht die Seite Zigarren-Shops.

Nach dem Kauf: rauchen oder lagern

Zigarren müssen nicht sofort geraucht werden. Im Humidor bei etwa 65 bis 72 Prozent relativer Feuchte und 16 bis 20 Grad halten sie sich viele Jahre und werden oft ausgewogener. Frisch gekaufte Zigarren sollten dort einige Tage ruhen, bevor die erste angezündet wird, damit sich Feuchte und Temperatur angleichen. Ohne Humidor bleibt nur die kurzfristige Aufbewahrung in einer dichten Box mit Feuchtepack. Die Kennwerte und Alternativen stehen unter Zigarren lagern, die Kaufkriterien für den Humidor unter Humidor kaufen.

Kurz zusammengefasst

Herkunft, Stärke, Format und Deckblatt grenzen die Auswahl ein, Longfiller und Handarbeit kennzeichnen Premium-Zigarren, Steuerzeichen und Siegel belegen die Echtheit, und der Fingerdruck verrät die Frische. Wer beim Fachhändler kauft, einige Sorten einzeln probiert und die Zigarren danach im Humidor ruhen lässt, trifft mit wenigen Käufen den eigenen Geschmack.

Häufige Fragen

Welche Zigarre eignet sich für Einsteiger?
Eine milde bis mittelkräftige Zigarre mit hellem Deckblatt in einem kleineren Format wie Petit Corona oder Robusto, etwa aus der Dominikanischen Republik oder Honduras. Kubanische und nicaraguanische Zigarren sind oft kräftiger.
Was bedeutet Longfiller und Shortfiller?
Beim Longfiller besteht die Einlage aus ganzen Tabakblättern, beim Shortfiller aus geschnittenem Tabak. Longfiller sind meist handgerollt, brennen gleichmäßiger und sind teurer; Shortfiller sind die Regel bei maschinell gefertigten Zigarren und Zigarillos.
Wie prüft man beim Kauf, ob eine Zigarre frisch ist?
Leicht zwischen den Fingern drücken: Sie sollte etwas nachgeben und sich wieder aufrichten. Knistert sie oder bröselt das Deckblatt, ist sie zu trocken; bleibt sie schwammig, zu feucht.
Muss eine Zigarre sofort geraucht werden?
Nein. Im Humidor bei etwa 65 bis 72 Prozent Feuchte hält sie sich viele Jahre und gewinnt oft an Ausgewogenheit. Ohne Humidor sollte sie innerhalb weniger Tage geraucht werden.
Woran erkennt man gefälschte Zigarren?
An fehlendem Steuerzeichen, unsauberen Bauchbinden, ungleichmäßiger Verarbeitung und an Preisen, die weit unter dem Üblichen liegen. Bei kubanischen Zigarren fehlen bei Fälschungen oft das Verbandssiegel und die Kistencodes.

Quellen und weiterführende Hinweise

  • Archivierter Beitrag „Zigarren kaufen“ von humidore.net (2012), überarbeitet