Humidor-Lexikon: Die wichtigsten Begriffe der Zigarrenlagerung von A bis Z

Stand: 18. September 2026

Zigarren, ein Hygrometer und Zedernholzspäne auf einem Holztisch neben einem geöffneten Humidor
Hygrometer, Zedernholz und Befeuchter: die Begriffe des Lexikons in einem Bild.

Dieses Lexikon erklärt die Begriffe, die beim Lagern von Zigarren und im Umgang mit einem Humidor immer wieder auftauchen: von Aging über Seasoning und Plume bis zur Zwei-Wege-Befeuchtung. Jeder Eintrag erklärt in wenigen Sätzen, was der Begriff bedeutet und warum er für die Lagerung zählt; ausführliche Beiträge sind verlinkt.

Die Einträge sind alphabetisch geordnet und in Gruppen zusammengefasst. Die zentralen Kennwerte stehen am Ende noch einmal in einer Übersicht; Grundlegendes zu Feuchte, Temperatur und Lagerdauer erklärt der Beitrag Zigarren lagern.

A bis C

Aging

Aging bezeichnet die Reifung von Zigarren über Monate oder Jahre bei stabiler Feuchte und kühler Temperatur. Scharfe Noten glätten sich, Aromen verbinden sich, der Abbrand wird oft gleichmäßiger. Voraussetzung ist ein konstantes Klima; nicht jede Zigarre gewinnt durch lange Lagerung.

Beads

Beads sind kleine Kügelchen aus Silikagel oder Polymer, die auf einen festen Feuchtewert eingestellt sind, häufig 65 oder 70 Prozent. Sie nehmen Feuchte auf und geben sie ab, arbeiten also in beide Richtungen. Bei Bedarf werden sie mit destilliertem Wasser besprüht.

Boveda

Boveda ist der Markenname eines US-amerikanischen Herstellers von Zwei-Wege-Feuchtepacks und wird oft als Gattungsbegriff verwendet. Die Packs enthalten eine gesättigte Salzlösung hinter einer dampfdurchlässigen Membran und halten einen festen Zielwert, für Zigarren meist 65, 69 oder 72 Prozent.

Coolidor

Ein Coolidor ist eine Kühlbox, die als Humidor dient. Sie ist isoliert, schließt dicht und bietet viel Platz für Kisten, hat aber keine Zedernholzauskleidung; deshalb kommen Zedernholzeinsätze oder leere Zigarrenkisten hinein, und die Feuchte regeln Packs oder Beads.

D bis F

Destilliertes Wasser

Destilliertes oder demineralisiertes Wasser enthält keine Mineralien und kaum Keime. Es ist die einzige geeignete Flüssigkeit zum Nachfüllen von Befeuchtern, weil Leitungswasser Kalk hinterlässt und Bakterien sowie Schimmelsporen einträgt.

Dichtung

Die Dichtung bestimmt, wie viel Feuchte der Humidor an den Raum verliert. Bei Holzhumidoren übernimmt eine exakt gearbeitete Deckelfalz diese Aufgabe, bei Schränken eine Gummidichtung. Ganz luftdicht soll ein Humidor nicht sein; die Passung prüft man mit einem Papierstreifen im geschlossenen Deckel.

Einfahren (Seasoning)

Einfahren oder Seasoning ist das Anfeuchten eines neuen Humidors vor der ersten Befüllung, weil trockenes Zedernholz sonst Feuchte aus den Zigarren zieht. Üblich sind eine Schale mit destilliertem Wasser oder ein Seasoning-Pack mit 84 Prozent für etwa ein bis zwei Wochen. Nasses Auswischen ist nicht ratsam; die Anleitung steht unter Humidor einrichten.

Feuchte (relative)

Die relative Luftfeuchte gibt in Prozent an, wie viel Wasserdampf die Luft im Verhältnis zur bei dieser Temperatur maximal möglichen Menge enthält. Für Zigarren gelten etwa 65 bis 72 Prozent als Zielbereich. Weil warme Luft mehr Wasser aufnehmen kann, ändert sich der Wert mit der Temperatur.

H bis K

Humidipack

Humidipack ist ein Sammelbegriff für Zwei-Wege-Feuchtepacks verschiedener Hersteller. Eine Salzlösung hinter einer Membran gibt Feuchte ab oder nimmt sie auf, bis der aufgedruckte Zielwert erreicht ist. Die Packs sind wartungsfrei und passen in Tischhumidore, Reiseetuis und Tupperdore.

Humidor

Ein Humidor ist ein Behälter, Schrank oder Raum, in dem Zigarren bei konstanter Luftfeuchte lagern; der Begriff geht auf das lateinische humidus für feucht zurück. Zur Grundausstattung gehören eine Auskleidung aus Spanischer Zeder, ein Befeuchter und ein Hygrometer.

Hygrometer

Das Hygrometer misst die relative Luftfeuchte. Analoge Geräte arbeiten mit Haar oder Metallspirale, digitale mit einem elektronischen Sensor; beide weichen ab Werk um einige Prozentpunkte ab und sollten kalibriert werden. Im Humidor sitzt es möglichst mittig, nicht direkt neben dem Befeuchter.

Kalibrierung

Kalibrierung heißt, die Anzeige des Hygrometers mit einem bekannten Referenzwert zu vergleichen und die Abweichung zu korrigieren oder zu notieren. Gebräuchlich sind der Salztest oder ein Kalibrierpack, etwa halbjährlich wiederholt. Schritt für Schritt erklärt das der Beitrag Hygrometer kalibrieren.

Klimaschrank

Ein Klimaschrank regelt neben der Luftfeuchte auch die Temperatur, meist mit Kompressor- oder thermoelektrischer Kühlung. Er ist sinnvoll, wenn Räume im Sommer deutlich über 20 Grad warm werden, weil Wärme Tabakkäfer und Schimmel begünstigt. Er braucht Strom, destilliertes Wasser und Kontrolle auf Kondenswasser.

Kondensation

Kondensation entsteht, wenn feuchte Luft an kalten Flächen unter den Taupunkt abkühlt und Wasser abscheidet, etwa an Kühlelementen oder wenn kalte Zigarren in warme, feuchte Luft kommen. Nasse Stellen sind Nährboden für Schimmel; Zigarren nach kaltem Transport deshalb geschlossen akklimatisieren lassen.

Analoges Hygrometer und Zwei-Wege-Feuchtepack neben Zigarren auf Zedernholz
Hygrometer, Feuchtepack und Zedernholz gehören zu den meistgenannten Begriffen des Lexikons.

L bis R

Luftaustausch

Luftaustausch ist der Wechsel der Luft im Humidor. Ein geringer Austausch verhindert abgestandene Luft und Schimmel, ein zu starker lässt Feuchte entweichen. Bei Tischhumidoren genügt gelegentliches Öffnen; Schränke und begehbare Humidore brauchen Ventilatoren oder Filter.

Plume

Plume oder Bloom bezeichnet einen feinen, weißen, kristallartigen Belag, der auf lange gelagerten Zigarren entstehen soll und sich rückstandslos abwischen lässt. Er ist selten; die meisten Beläge, die dafür gehalten werden, sind beginnender Schimmel. Den Unterschied zeigt der Beitrag Humidor-Pflege.

Propylenglykol

Propylenglykol ist eine hygroskopische, geruchlose Flüssigkeit, die in Schwammbefeuchtern zu gleichen Teilen mit destilliertem Wasser gemischt wird. Die Lösung hält die abgegebene Feuchte bei etwa 70 Prozent und bremst Keime im Schwamm. Nachgefüllt wird meist nur mit destilliertem Wasser.

Reisehumidor

Ein Reisehumidor ist ein tragbares Etui, das Zigarren unterwegs vor Druck, Bruch und Austrocknung schützt. Hartschalenmodelle haben Schaumstoffeinlagen und Dichtungen, Lederetuis und kleine Zedernboxen sind leichter, aber weniger dicht. Für mehr als einige Tage gehört ein Feuchtepack hinein.

Ringmaß

Das Ringmaß gibt den Durchmesser einer Zigarre in Vierundsechzigstel Zoll an; Ringmaß 50 entspricht knapp 20 Millimetern. Für die Lagerung zählt es nur, weil Kapazitätsangaben von Humidoren meist auf schlanken Formaten beruhen und dicke Zigarren mehr Platz brauchen.

S bis T

Salztest

Beim Salztest wird Kochsalz mit wenigen Tropfen destilliertem Wasser zu einem Brei verrührt und mit dem Hygrometer luftdicht eingeschlossen. Nach etwa acht bis zwölf Stunden herrschen rund 75 Prozent Feuchte; die Abweichung der Anzeige ist der Messfehler.

Schimmel

Schimmel ist ein Pilzbewuchs, der bei Feuchte über etwa 75 Prozent und Wärme entsteht. Er zeigt sich als fusseliger, fleckiger Belag in Weiß, Grau, Blau oder Grün, riecht muffig und lässt sich nicht rückstandslos entfernen. Befallene Zigarren werden aussortiert, das Holz wird trocken gereinigt, die Feuchte gesenkt.

Spanische Zeder

Spanische Zeder (Cedrela odorata) ist trotz des Namens keine Zeder, sondern ein Mahagonigewächs aus Mittel- und Südamerika. Das Holz nimmt Feuchte auf und gibt sie gleichmäßig ab, duftet angenehm und hält Insekten fern; deshalb ist es die Standardauskleidung für Humidore und Zigarrenkisten. Zu frisches Holz kann Harz absondern.

Tabakkäfer

Der Tabakkäfer (Lasioderma serricorne) ist ein wenige Millimeter großer Käfer, dessen Larven sich durch Tabak fressen. Erkennbar ist ein Befall an runden Löchern im Deckblatt und feinem Tabakstaub; Wärme über etwa 25 Grad beschleunigt die Entwicklung. Befallene Zigarren werden luftdicht verpackt und einige Tage eingefroren.

Tubo

Ein Tubo ist eine Röhre aus Aluminium, Glas oder Kunststoff für eine einzelne Zigarre. Er schützt vor Druck und bremst das Austrocknen, ersetzt aber keinen Humidor; manche Tubos enthalten eine Hülle aus Zedernholz. Im Humidor bleibt der Tubo am besten geöffnet.

Tupperdor

Der Tupperdor ist eine luftdichte Frischhaltedose, die mit einem Zwei-Wege-Pack und etwas Zedernholz zum Humidor-Ersatz wird. Er ist billig, dicht und pflegeleicht, bietet aber keinen Luftaustausch und keine Optik. Neue Dosen sollten vorher auslüften, damit kein Kunststoffgeruch auf die Zigarren übergeht.

W bis Z

Wineador

Ein Wineador ist ein umgebauter Weinkühlschrank mit Zedernholzeinsätzen und Befeuchter. Thermoelektrische Modelle sind leise, kühlen aber nur begrenzt und trocknen die Luft beim Kühlen aus; Kondenswasser und Feuchteschwankungen müssen deshalb regelmäßig kontrolliert werden.

Zedernholzspan

Ein Zedernholzspan ist ein dünnes Blatt aus Spanischer Zeder, wie es in Zigarrenkisten liegt. Er dient als Anzündspan, weil er ohne Fremdgeruch brennt, und im Humidor als kleiner Feuchtepuffer; in Kisten trennt er Lagen von Zigarren.

Zellophan

Zellophan ist die durchsichtige Hülle aus Zellulose, in der viele Zigarren verkauft werden. Sie ist für Wasserdampf durchlässig, schützt das Deckblatt und hält Aromen getrennt; der Reifeprozess verläuft etwas langsamer. Ob man sie entfernt, ist Geschmackssache.

Zigarrenkiste

Die Zigarrenkiste ist die Originalverpackung aus Zedernholz oder Karton. Sie hält Feuchte nur kurzzeitig und ist kein Humidor; im Humidor kann eine Zedernkiste offen oder geschlossen lagern. Leere Kisten dienen als Zedernholzreserve.

Zigarrenschrank

Ein Zigarrenschrank oder Humidorschrank fasst mehrere hundert bis einige tausend Zigarren, oft in Kisten. Passive Schränke arbeiten mit Zedernholz und großen Befeuchtern, elektronische mit Sensoren, Ventilatoren und teils Kühlung; Aufstellort und Kondensation brauchen Planung.

Zwei-Wege-Befeuchtung

Zwei-Wege-Befeuchtung bedeutet, dass ein System Feuchte sowohl abgibt als auch aufnimmt und so einen festen Zielwert hält. Packs mit Salzlösung und Beads arbeiten so; ein Überfeuchten ist damit praktisch ausgeschlossen. Erschöpfte Packs werden hart. Ein Vergleich aller Systeme steht im Beitrag Humidor-Befeuchter.

Kurz zusammengefasst: die wichtigsten Kennwerte

Viele Begriffe des Lexikons kreisen um wenige Zahlen:

  • Relative Luftfeuchte im Humidor: etwa 65–72 Prozent.
  • Temperatur: etwa 16–20 Grad, nicht dauerhaft über 25 Grad.
  • Seasoning-Pack zum Einfahren: 84 Prozent, Dauer etwa ein bis zwei Wochen.
  • Salztest zur Kalibrierung: etwa 75 Prozent, Kontrolle etwa halbjährlich.

Wer diese Werte kennt und Seasoning, Zwei-Wege-Befeuchtung und Spanische Zeder einordnen kann, hat die Grundlagen beisammen; alles Weitere sind Bauformen und Geschmacksfragen.

Häufige Fragen

Was bedeutet Seasoning beim Humidor?
Seasoning oder Einfahren ist das Anfeuchten des trockenen Zedernholzes vor der ersten Nutzung. Erst wenn das Holz gesättigt ist, hält der Humidor die Luftfeuchte stabil, statt sie den Zigarren zu entziehen.
Was ist der Unterschied zwischen Humidor und Klimaschrank?
Ein Humidor regelt nur die Luftfeuchte, meist passiv über einen Befeuchter. Ein Klimaschrank steuert zusätzlich die Temperatur elektronisch und eignet sich deshalb auch für warme Räume.
Was ist ein Tupperdor?
Ein Tupperdor ist ein luftdicht schließender Kunststoffbehälter, der mit einem Zwei-Wege-Feuchtepack und etwas Zedernholz als einfacher Humidor-Ersatz dient. Er ist günstig und dicht, bietet aber keine Optik und keinen Luftaustausch.