Humidor-Marken im Überblick: Adorini, Davidoff, S.T. Dupont, Liebherr und andere

Stand: 18. September 2026

Mehrere Tischhumidore verschiedener Holzarten und Oberflächen nebeneinander auf einem Regal
Holz, Oberfläche und Befeuchtungssystem unterscheiden die Marken deutlicher als ihre Namen.

Humidor-Marken unterscheiden sich weniger im Grundprinzip als in Holz, Verarbeitung, Befeuchtungssystem und Preisklasse. Ein Humidor von Adorini, Davidoff oder S.T. Dupont hält Zigarren nicht anders feucht als ein namenloses Modell; er unterscheidet sich in der Passung des Deckels, in Dicke und Herkunft des Zedernholzes, in der Lackierung und darin, wie durchdacht Befeuchter und Hygrometer eingebaut sind.

Die folgende Übersicht stellt zehn Marken vor, die im deutschsprachigen Fachhandel regelmäßig auftauchen: klassische Hersteller von Tischhumidoren, Anbieter von Klima- und Humidorschränken, eine Marke für Reisehumidore und einen Spezialisten für Befeuchtung. Genannt werden nur gesicherte Merkmale; Rangfolgen oder Urteile gibt es bewusst nicht.

Wer noch nicht weiß, welche Bauform überhaupt passt, sollte zuerst die Grundlagen zum Humidorkauf lesen. Die Marken hier sind als Orientierung gedacht, nicht als Empfehlung.

Was Marken voneinander unterscheidet

Vier Kriterien erklären den größten Teil der Preisunterschiede zwischen Marken und Serien:

KriteriumEinfache AusführungAufwendige Ausführung
Holz und AuskleidungDünnes Zedernfurnier auf Trägerplatte, außen Folie oder einfacher LackDickes Furnier oder massive Spanische Zeder, außen Echtholzfurnier oder Klavierlack
VerarbeitungEinfache Scharniere, Deckel mit spürbarem SpielQuadrant-Scharniere, Dichtlippe, Deckel schließt mit hörbarem Luftpolster
BefeuchtungSchwammbefeuchter für destilliertes WasserGel- oder Zwei-Wege-Systeme, bei Schränken elektronisch geregelt mit Ventilator
HygrometerAnalog, oft nicht justierbarJustierbar analog oder digital, teils vorkalibriert

Hinzu kommen Details wie Trennwände, Ablagen, abschließbare Deckel oder Sichtfenster. Sie ändern am Klima nichts, machen den Alltag aber bequemer. Wie die Befeuchtungssysteme im Einzelnen arbeiten, erklärt der Beitrag Humidor-Befeuchter.

Marken für Tischhumidore

Adorini

Adorini ist eine deutsche Marke, die Tischhumidore, elektronisch geregelte Humidorschränke, begehbare Humidore und Zubehör wie Befeuchter, Hygrometer und Cutter anbietet. Charakteristisch sind die Auskleidung aus Spanischer Zeder, Trennwände mit Ventilationsrippen für die Luftzirkulation im Inneren und vorkalibrierte Hygrometer. Die Tischhumidore tragen überwiegend italienische Städtenamen als Serienbezeichnung und decken vom kleinen Modell für einige Dutzend Zigarren bis zum großen Deluxe-Humidor mehrere Größen ab. Der Vertrieb läuft überwiegend über den Fachhandel und das Internet.

Davidoff

Die Marke geht auf Zino Davidoff (1906–1994) zurück, der im Tabakgeschäft seiner Familie in Genf früh einen klimatisierten Lagerraum für Zigarren einrichtete und mit der Château-Linie eine der bekanntesten Zigarrenserien schuf. Heute gehört Davidoff zur Oettinger Davidoff AG in Basel; die Zigarren werden vor allem in der Dominikanischen Republik hergestellt. Die Humidore reichen vom Reiseetui für wenige Zigarren bis zu großen Tischmodellen, sind innen mit Spanischer Zeder ausgekleidet und außen mit Edelholzfurnieren wie Ebenholz oder Nussbaum versehen. Der Anspruch liegt auf Präsentation und Verarbeitung; entsprechend bewegen sich die Modelle im oberen Preissegment.

S.T. Dupont

S.T. Dupont wurde 1872 in Frankreich gegründet und ist vor allem für Feuerzeuge und Schreibgeräte bekannt; die Manufaktur sitzt in Faverges in Hochsavoyen. Humidore gehören als Ergänzung des Raucherzubehörs zum Programm, und zwar Tischhumidore und Reiseetuis, keine Schränke. Typisch sind Oberflächen aus Lack, Edelholz oder Leder, Metallbeschläge und je nach Modell ein analoges oder digitales Hygrometer. Die Kapazitäten bleiben überschaubar; die Modelle sind auf kleine bis mittlere Bestände ausgelegt und werden als Luxusobjekte gehandelt.

Elie Bleu

Elie Bleu wurde 1976 in Paris gegründet und fertigt Humidore, die stark auf Gestaltung setzen: Marketerie, farbige Lacke, Intarsien und Furniere aus Hölzern wie Sycomore oder Nussbaum. Das Innere besteht aus Spanischer Zeder, die Befeuchtung übernehmen eigene Befeuchtereinsätze. Neben Humidoren stellt das Haus Zigarrenetuis, Aschenbecher und Cutter her. Elie Bleu bewegt sich in der höchsten Preisklasse; die Modelle entstehen in kleinen Serien und werden oft als Sammler- oder Repräsentationsstücke gekauft.

Guy Janot

Guy Janot ist im Fachhandel als Marke für Tischhumidore und Humidorschränke bekannt. Das Programm reicht vom kleinen Modell für etwa zwanzig Zigarren bis zum Klimaschrank für mehrere hundert Stück, wobei sich die Serien in Größe, Holzart und Ausstattung unterscheiden. Alle Modelle sind innen mit Zedernholz ausgekleidet; als Außenholz kommt unter anderem Makassar zum Einsatz. Einige Humidore besitzen Befeuchter mit Magnethalterung und Trennstege für die Ordnung im Inneren. Angaben zu Sitz und Geschichte des Unternehmens werden hier bewusst ausgelassen, weil sie sich nicht sicher belegen lassen.

A. Jason

A. Jason steht für Tischhumidore mit auffälliger Hochglanzlackierung in Dickschichttechnik und Echtholzfurnieren. Die Innenausstattung besteht aus massiver Spanischer Zeder; Ventilationsrippen an den Innenwänden sollen die Luftzirkulation verbessern. Der Deckel schließt über eine Dichtlippe in Sandwichbauweise, die Scharniere sind verchromt, und die Humidore sind abschließbar. Zur Grundausstattung gehören Hygrometer und Schwammbefeuchter; bekannt ist unter anderem das Modell Wave de Luxe, bei dem ein Hygrometer in Messing von außen ablesbar in die Front eingelassen ist.

Nahaufnahme eines geöffneten Humidors mit Zedernholz-Trennwänden, Hygrometer und Befeuchter im Deckel
Zedernholz, Trennwände und der eingebaute Befeuchter sind die Stellen, an denen sich Marken tatsächlich unterscheiden.

Marken für Humidorschränke und Klimaschränke

Liebherr Humidor

Liebherr ist eine Firmengruppe in Familienbesitz, die mit Baumaschinen groß wurde und deren Hausgerätesparte Kühl- und Gefriergeräte sowie Weinschränke herstellt. Aus diesem Bereich stammt der Humidor ZKes 453: ein elektronisch geregelter Klimaschrank mit Glastür und Edelstahlgehäuse, bei dem Temperatur und Luftfeuchte getrennt eingestellt werden. Die Befeuchtung arbeitet mit einem Wassertank für destilliertes Wasser, Sensoren und Ventilator; ein Aktivkohlefilter sorgt für den Luftaustausch, eine LED-Beleuchtung gibt kaum Wärme ab. Innen stehen Ablagen und Präsentationsboxen aus Spanischer Zeder zur Verfügung, die Wände selbst sind nicht mit Zeder verkleidet. Der Schrank fasst je nach Aufteilung einige hundert Zigarren und richtet sich an Nutzer, die eine automatische Regelung wünschen.

Gerber

Gerber hat sich auf große Formate spezialisiert: Humidorschränke, Vitrinen und begehbare Humidore für Sammler, Lounges und Fachgeschäfte. Die Schränke werden mit elektronischer Befeuchtung und Luftumwälzung ausgestattet und teils nach Maß gefertigt, etwa mit Glasfronten, Beleuchtung und Innenausbau aus Spanischer Zeder. Damit deckt die Marke den Bereich ab, in dem klassische Tischhumidore nicht mehr ausreichen. Für solche Vorhaben lohnt der Blick in die Beiträge Humidorschrank und Begehbarer Humidor, die Planung und Technik unabhängig von Marken beschreiben.

Reisehumidore und Befeuchtung: Xikar und Boveda

Xikar

Xikar ist eine US-amerikanische Marke aus Kansas City, die mit einem charakteristisch geformten Zigarrencutter bekannt wurde und ihr Programm um Feuerzeuge, Hygrometer, Befeuchter und Reisehumidore erweitert hat. Die Reisehumidore sind robuste Hartschalenkoffer mit Schaumstoffeinlagen, die Zigarren mechanisch schützen und mit einem Befeuchter oder Zwei-Wege-Pack ergänzt werden; es gibt sie für wenige bis mehrere Dutzend Zigarren. Für Tischhumidore bietet Xikar Gel-Befeuchter und digitale Hygrometer an. Klassische Holzhumidore sind nicht der Schwerpunkt der Marke. Mehr zur Bauform steht im Beitrag Reisehumidor.

Boveda

Boveda ist kein Humidorhersteller, sondern ein US-amerikanisches Unternehmen aus Minnesota, das Zwei-Wege-Feuchtepacks entwickelt hat. In den Packs befindet sich eine gesättigte Salzlösung hinter einer wasserdampfdurchlässigen Membran; sie geben Feuchte ab, wenn die Luft zu trocken ist, und nehmen sie auf, wenn sie zu feucht ist. Die Packs gibt es in abgestuften Zielwerten, für Zigarren üblicherweise 65, 69 und 72 Prozent, dazu Varianten zum Einfahren neuer Humidore und zum Kalibrieren von Hygrometern. Sie brauchen keine Wartung und werden ersetzt, sobald sie hart geworden sind. Viele Humidor-Hersteller liefern ihre Modelle inzwischen mit solchen Packs aus oder sehen Halterungen dafür vor.

Herkunft und Fertigung: je Modell verschieden

Der Markenname sagt wenig darüber aus, wo ein Humidor gebaut wurde. Viele Anbieter entwickeln in Europa oder den USA, lassen aber in Asien fertigen; andere produzieren einzelne Serien selbst und kaufen weitere zu. Innerhalb einer Marke kann ein Einstiegsmodell aus einem anderen Werk stammen als die Spitzenserie. Auch die Ausstattung wechselt über die Jahre: Analoge Hygrometer werden durch digitale ersetzt, Schwammbefeuchter durch Gel oder Packs.

Verlässliche Angaben zu Herkunft, Holzstärke und Befeuchtungssystem finden sich deshalb nur in der Beschreibung des einzelnen Modells, nicht in der Markenbeschreibung. Wer Wert auf eine bestimmte Herkunft legt, fragt beim Händler gezielt nach.

Kaufkriterien statt Markennamen

Unabhängig von der Marke lohnt vor dem Kauf ein Blick auf dieselben Punkte:

  • Passung: Der Deckel schließt satt, ein Papierstreifen lässt sich nur mit Widerstand herausziehen.
  • Holz: Spanische Zeder innen, möglichst als dickes Furnier oder massiv, ohne Harzgeruch.
  • Befeuchter: ein System, das man versteht und nachfüllen oder ersetzen kann.
  • Hygrometer: justierbar oder zumindest mit bekannter Abweichung.
  • Kapazität: Herstellerangaben beziehen sich meist auf kleine Formate; ein Viertel Reserve einplanen.
  • Service: Ersatzteile, Garantiebedingungen und ein erreichbarer Händler.

Eine Auswahl an Humidoren verschiedener Marken gibt es bei Cigarmaxx; die ausführliche Checkliste steht im Beitrag Humidor kaufen.

Kurz zusammengefasst

Adorini, Davidoff, S.T. Dupont, Elie Bleu, Guy Janot und A. Jason stehen für Tischhumidore in unterschiedlichen Preisklassen, Liebherr und Gerber für elektronisch geregelte Schränke, Xikar für Reisehumidore und Zubehör, Boveda für Zwei-Wege-Befeuchtung. Keine dieser Marken ist pauschal die richtige; die Entscheidung fällt anhand von Passung, Holz, Befeuchtung und Hygrometer des konkreten Modells. Der Name auf dem Deckel ist ein Hinweis auf Verarbeitung und Service, nicht auf das Klima im Inneren.

Häufige Fragen

Welche Humidor-Marken gibt es?
Bekannte Marken für Tischhumidore sind Adorini, Davidoff, S.T. Dupont, Elie Bleu, Guy Janot und A. Jason. Für Schränke stehen Liebherr Humidor und Gerber, für Reisehumidore Xikar und für Befeuchtung Boveda.
Ist ein Marken-Humidor besser als ein No-Name-Modell?
Nicht automatisch. Entscheidend sind Passung des Deckels, Zedernholz im Inneren, ein zuverlässiger Befeuchter und ein kalibrierbares Hygrometer. Eine bekannte Marke erleichtert Ersatzteile und Garantieabwicklung, ersetzt die Prüfung dieser Punkte aber nicht.
Wo werden Humidore hergestellt?
Das variiert je nach Marke und sogar je nach Modell. Einige Hersteller fertigen in Europa, viele lassen in Asien produzieren; verlässliche Auskunft geben nur die Angaben zum jeweiligen Modell.
Welche Marke eignet sich für Einsteiger?
Für den Einstieg zählt weniger der Name als ein solide gebauter Tischhumidor mit Zedernholz, dichtem Deckel und einem Zwei-Wege-Befeuchter. Viele Marken führen dafür Einstiegsserien, die diese Punkte erfüllen.

Quellen und weiterführende Hinweise

  • Archivierte Markenseiten von humidore.net (2011–2025)
  • Herstellerangaben Liebherr zum Humidor ZKes 453