Kubanische Zigarren: Was Habanos ausmacht, wie man Originale erkennt und wie sie gelagert werden

Kubanische Zigarren sind für viele Raucher der Maßstab, an dem alle anderen gemessen werden. Kein anderes Land ist so eng mit einem Genussmittel verbunden wie Kuba mit seinen Zigarren, und der Name der Hauptstadt Havanna ist zum Gattungsbegriff geworden: Habanos. Der Ruf hat Gründe, die im Boden, im Klima und in zwei Jahrhunderten Erfahrung liegen; er hat aber auch Kehrseiten, von Fälschungen bis zu schwankender Qualität.
Diese Seite erklärt, was kubanische Zigarren ausmacht, welche Marken zählen, wie der Handel organisiert ist, wie man Originale erkennt und was bei der Lagerung von Habanos zu beachten ist.
Herkunft: Vuelta Abajo und der Puro
Der beste kubanische Tabak wächst im Westen der Insel, in der Provinz Pinar del Río und dort vor allem in der Region Vuelta Abajo rund um San Juan y Martínez und San Luis. Der rötliche, mineralreiche Boden, das Klima und die Tradition der Bauern, der Vegueros, ergeben Tabake mit einer Würze, die sich anderswo nicht kopieren ließ, obwohl kubanisches Saatgut nach der Revolution in viele Länder gelangte und dort hervorragende, aber eben andere Zigarren hervorbrachte.
Kubanische Premium-Zigarren sind Puros: Einlage, Umblatt und Deckblatt stammen vollständig von der Insel. Sie werden von Hand gerollt, oft in Fabriken, die seit dem 19. Jahrhundert bestehen, und gelten als vergleichsweise kräftig, erdig und würzig. Wie eine Zigarre grundsätzlich aufgebaut ist und entsteht, beschreibt die Seite Die Zigarre.
Die Marken
Die Marken gehen auf private Manufakturen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zurück und wurden nach der Revolution verstaatlicht. Zu den bekanntesten gehören Cohiba, 1966 zunächst für Regierung und Diplomaten geschaffen und seit den 1980er Jahren im Handel, Montecristo, die weltweit meistverkaufte Habanos-Marke, Romeo y Julieta, Partagás, Bolívar, Hoyo de Monterrey, H. Upmann, Trinidad und Punch. Daneben gibt es Marken für den Einstieg und für maschinell gefertigte Formate wie Quintero, José L. Piedra oder Guantanamera.
Innerhalb einer Marke unterscheiden sich die Formate deutlich; eine Montecristo No. 4 als Petit Corona und eine Montecristo No. 2 als Torpedo sind zwei verschiedene Zigarren. Limitierte Serien, Reserva- und Gran-Reserva-Auflagen mit besonders lang gereiftem Tabak richten sich an Sammler und kosten entsprechend.
Handel und Preise
Der Vertrieb aller kubanischen Zigarren läuft über die Habanos S.A., ein Gemeinschaftsunternehmen des kubanischen Staats mit einem privaten Partner. Sie vergibt je Land einen exklusiven Importeur; für Deutschland ist das die 5th Avenue Products Trading aus Waldshut-Tiengen. Fachhändler und Online-Shops beziehen ihre Habanos von dort, was sich am deutschen Steuerzeichen und an den Kistencodes nachvollziehen lässt.
Kubanische Zigarren sind in den letzten Jahren deutlich teurer geworden; die Preise werden vom Hersteller weltweit angeglichen, und die Nachfrage übersteigt bei bekannten Marken regelmäßig das Angebot. Preisvorteile im Ausland sind meist kleiner als erwartet, sobald Zoll und Tabaksteuer berücksichtigt sind. Worauf beim Kauf grundsätzlich zu achten ist, steht unter Zigarren kaufen.

Originale erkennen
Fälschungen sind bei kubanischen Zigarren häufiger als bei allen anderen, vor allem im Straßenhandel auf Kuba selbst und im Internet. Echte Kisten tragen ein grünes Garantiesiegel der kubanischen Regierung mit Hologramm, Seriennummer und einem Sicherheitsstreifen, dazu das Habanos-Siegel in der Ecke. Auf dem Kistenboden stehen Brandstempel: „Habanos S.A.”, „Hecho en Cuba”, „Totalmente a mano” für vollständige Handarbeit und ein Code aus Buchstaben für Fabrik und Datum.
Die Zigarren selbst sind gleichmäßig gerollt, mit sauber gearbeitetem Kopf und Bauchbinden, deren Druck, Prägung und Farbe zur Marke passen. Verdächtig sind glasierte Kisten mit schlecht gedruckten Etiketten, Zigarren unterschiedlicher Länge in einer Kiste, fehlende Siegel und Preise, die weit unter dem Üblichen liegen. Der sicherste Weg bleibt der Kauf beim Fachhändler mit deutschem Steuerzeichen.
Lagerung von Habanos
Für kubanische Zigarren gelten dieselben Kennwerte wie für alle anderen: etwa 65 bis 72 Prozent relative Luftfeuchte und 16 bis 20 Grad. In der Praxis lagern viele Raucher ihre Habanos am unteren Ende, um 65 Prozent, weil kubanische Zigarren oft fester gerollt sind und bei hoher Feuchte schwer ziehen. Sie werden traditionell ohne Zellophan verkauft und reifen im Humidor über Jahre; junge Habanos wirken mitunter scharf und werden nach ein bis zwei Jahren Lagerung ausgewogener.
Zwei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit. Der Tabakkäfer ist bei kubanischen Zigarren nicht häufiger, aber wegen des Werts der Kiste folgenreicher; neue Kisten werden auf feine Löcher und Tabakstaub geprüft und bei Verdacht eingefroren, wie unter Humidor-Pflege beschrieben. Und weil Habanos ohne Zellophan lagern, tauschen sie Aromen leichter aus; kräftige und milde Formate liegen besser getrennt. Die Grundlagen stehen unter Zigarren lagern.
Kurz zusammengefasst
Kubanische Zigarren sind Puros aus dem Westen der Insel, handgerollt, kräftig und würzig, mit Marken, die auf das 19. Jahrhundert zurückgehen. Vertrieb und Import laufen über einen exklusiven Weg, an dessen Ende Steuerzeichen, Garantiesiegel und Kistencodes die Echtheit belegen. Gelagert werden sie wie alle Zigarren, gern etwas trockener, ohne Zellophan und mit einem wachen Blick auf den Tabakkäfer.
Häufige Fragen
Was bedeutet Habanos?
Welche kubanischen Marken sind die bekanntesten?
Woran erkennt man eine echte kubanische Zigarre?
Brauchen kubanische Zigarren eine andere Lagerung?
Quellen und weiterführende Hinweise
- Archivierter Beitrag „Kubanische Zigarren“ von humidore.net (2012), überarbeitet